Ganz Island unter der Sonne - 2012 - Suður Ísland – Südisland

 

Endlich soll das Abenteuer Island beginnen, ein Traum, welchen wir schon längere Zeit hegten. Nachdem sich im den Fotoforum, in dem ich aktiv bin, eine Islandreisegruppe gebildet hatte, rückte dieser Traum näher. Das wir letztendlich nur zu dritt unterwegs waren, lag entweder an zu wenig Geld oder falschem Zeitpunkt. Die 6 Monate Wartezeit gingen dann im Fluge herum und am 7. Juni war es dann soweit. Wir haben uns für eine gebuchte Flug reise mit drei Ferienhäusern und 4x4 Wagen entschieden. Die Häuser waren gut verteilt, eins im Süden, eins in Norden und eins im Westen.

 

 

 

7.6. Es geht los

Unser Flug sollte von Frankfurt gegen die Mittagszeit starten und aufgrund der zweistündigen Zeitverschiebung würden wir am frühen Nachmittag  in Keflavik landen.  Die erste Hürde war das Gepäck, welches erst nicht auftauchen wollte. Des Rätsels Lösung war…ein anderes Gepäckband. Die Anzeige war falsch und als wir das Richtige fanden, fuhren unsere Koffer schon ihre Runden. Danach ging es geradewegs zum Autovermieter. Wir bekamen zum ersten Mal exakt den Wagen, welchen wir gebucht hatten: einen Toyota RV-4. Lustigerweise hatten wir uns diesen Wagen auch bei einem Händler erklären lassen, damit wir erkennen können, ob der Wagen einen 4&4 Antrieb hat oder nicht. Zusätzlich war der Wagen noch mit Automatik ausgestattet. Bis zu unserem ersten Ferienhaus waren es 270 km und auf der Ringstrasse sind nur 90 km/h erlaubt. Unser Weg führte erst an Reykjavik vorbei und hinter der Hauptstadt sahen wir dann zum ersten Mal Dampf aus der Erde steigen. Island ist das jüngste Land der Erde und dies Zeugnis der Entstehung der Insel sollten wir noch oft sehen. Leider fing es an zu regnen. So machten wir nur einen Fotostopp am Seljalandsfoss. Nach ca. 3 Stunden waren wir an unserem Ferienhaus, welches in dem Lavafeld vom Lakiausbruch von 1783/84 lag, angelangt. Nach dem langen Tag waren wir müde und gingen recht früh ins Bett.

 

8.6.  Gletscher und nochmals Gletscher

Durch die Helligkeit der Mitternachtssonne wurden wir alle recht früh wach und frühstückten ausgiebig. Heute sollte es in Richtung des Gletschersees Jökulsárlón gehen. In diesen See kalbt die Gletscherzunge Breiðamerkurjökull des Vatnajoküll, dem größten Gletscher Europas. Bevor wir los fuhren wurde per Smartphone die Wettervoraussage gecheckt und alles deutete auf einen sonnigen Tag hin.

Der Gletschersee lag ca. 100 km von unserem Ferienhaus entfernt und wir waren gespannt was uns noch alles erwarten würde. Kaum waren wir unterwegs, kam auch schon der erste Fotostopp an einer Brücke mit schwarzen Sanddünen. So ging es dann immer weiter bis irgendwann der Vatnajökull und dessen Gletscherzungen auftauchten. An der Sanderebene Skeidararsandur machten wir eine größere Pause. Hier fand 1996 der letzte große Gletscherlauf am Fluss Skeidara statt. Dessen Volumen betrug teilweise bis 45.000 m³ pro Sekunde, nachdem der Vulkan Gjalp im Vulkansystem Grimsvötn ausbrach. Die Wassermenge transportierte bis zu 10m hohe Eisblöcke und dabei wurde ein Abschnitt der Ringstraße und eine Brücke zerstört. An einem Parkplatz stehen noch die Überreste dieser Brücke und eine Informationstafel. Als wir zu unserem Auto zurückgehen wollten, mussten wir erstmal schlucken: Neben unserem Wagen standen drei weitere 4&4 Fahrzeuge. Gegen deren Größe war unser Toyota ein Smart.

Kurz hinter dem Parkplatz ging es in Richtung zum  Svinafellsjökull, einer der kleinern Gletscherzungen. Ein kurzer Weg entlang des Gletschersees führte bis zu Spitze der Zunge. Wir beobachten wie eine Gruppe Kletterer, welche sich zur Gletscherwanderung bereit machten und die letzten Anweisungen bekamen. Conrad und ich machten mehrere Fotos. Erst Zuhause entdeckte ich beim Bearbeiten der Bilder noch andere Wandergruppen auf dem Gletscher. Man muss schon genauer hinschauen, um diese zu entdecken.

Weiter ging es Richtung Jökulsárlón. Leider wurde das Wetter etwas schlechter, sogar ein kleiner Schauer war dabei. Am Gletschersee wehte ein heftiger Wind, trotzdem fotografierten wir viel. Im nahegelegenen Cafe wärmten wir uns auf, um dann an dem schwarzen Lavastrand zu gehen. Dort werden die Eisberge, je nach Windrichtung, wieder an den Strand gespült und tauen langsam auf. Diese Eisskulpturen waren sehr fotogen.

Es war noch früh und so entschieden wir uns zum Svartifoss zu fahren und dort zu wandern. Laut der Touristinformation eine einfache Wanderung von ca. ¾ Stunde. Leider ging es immer aufwärts und da ich an diesem Tag nicht viel gegessen hatte, machte mir mein Kreislauf etwas Schwierigkeiten. Kurz vor dem Wasserfall sahen wir, dass das Licht fürs fotografieren nicht gut war und wir überlegten, ob wir stattdessen zum Gletscher gehen sollten. Ich ging vor und war der Meinung, dass es bis zum Gletscher nicht weit wäre. Doch hatte ich mich verschätzt und so entschieden wir unverrichteter Dinge wieder zurück zum Auto zu gehen. Auf den Rückweg sahen wir völlig überraschend ein Alpenhuhn aus nächster Nähe, welches sich aber von uns nicht stören ließ. Später erfuhren wir, dass unser Ziel nicht sehr weit weg war und dass wir eine tolle Aussicht auf die Gletscherzunge gehabt hätten. Da wir am Morgen recht früh los gefahren sind, waren wir an diesem Tag auch wieder zeitig im Ferienhaus. Das sollte sich aber in den nächsten Tagen ändern.

 

9.6. Landmannalaugar oder wenn Männer mit Pfützen spielen

Für den heutigen Tag war eine Fahrt nach Landmannalaugar und danach an den schwarzen Strand von Vik und an die Südspitze Dyrhólaey geplant. Die Straße nach Landmannalaugar war gerade seit einer Woche geöffnet und von unserem Ferienhaus nicht sehr weit entfernt. Von der Ringstraße ab ging es noch einige Kilometer geteerte Straße entlang, übergehend in Schotterstraße, stand zur linken an der Gabelung der beiden Höfe das Hinweisschild: Durchfahrt nur mit 4x4 angetriebenen Fahrzeugen. Die Fahrt auf der Schotterstrecke zog sich etwas hin, da unsere Geschwindigkeit teilweise nur noch 30 km/h betrug. Single-Road ohne bemerkenswerte Ausweichstellen. Die unübersichtlichen Kuppen waren der schwierigste Teil  auf dieser Strecke. An der Abzweigung zum Eldgjá -Tal entschieden wir uns in dieses Tal zu fahren. Am Ende der Straße war ein Parkplatz, von dort startete unsere Wanderung zum Ófærufossar. Laut Beschreibung ein ca. 30 min. „ Easy Walk“  durch die Vulkanspalte. Wir zogen uns warm an und gingen los. Wir benötigten 45 min, da der Weg durch einen Steinschlag 2011 zerstört wurde und wir oft eher über Steine zu klettern hatten, als zu wandern. Kurz vor den Wasserfall wäre Conrad beinahe auf ein Schneebrett getreten, welches von unten hohl war. Ihm ist es im letzten Augenblick aufgefallen. Am Wasserfall machten wir einen längeren Fotostopp.

 

Auf den Rückweg saß auf einem Fels wieder ein Alpenhuhn, welches sich regelrecht in Pose brachte, damit esfotografiert werden konnte. Conrad meinte, wenn wir morgen auch ein Huhn sehen werden, dann verfolgt es uns. Wieder am Auto angekommen, fuhren wir Richtung Landmannalaugar. Inzwischen wussten wir auch warum die Straße nach Landmannalaugar erst seit einer Woche frei war. Es lag noch sehr viel Schnee, teilweise fuhren wir durch die Schneebretter, auch die Furten waren teilweise noch zu tief, obwohl Conrad irgendwann richtig Spaß hatte, sie zu durchqueren. Durch eine große Furt sahen wir einen Toyota Pajero fahren, obwohl er mehr Bodenfreiheit hatte, kam er mit Mühe und Not durch. Weil unsere RV 4 deutlich niedriger war, versuchten wir es gar nicht erst. Jürgen fand diessehr schade. Er akzeptierte aber Conrads Begründung am Anfang unseres Urlaubes nicht unnötig ein Risiko einzugehen. Nächstes Mal mieten wir uns für diese Tour einen richtigen Geländewagen.

Zurück auf der Ringstraße ging es in Richtung Vik. Dortwollten wir zu den Reynisdrangar, so werden die Felsnadeln im Meer genannt. Laut der Legende wollten drei Trolle dort ein Schiff ans Land bringen und wurden dabei versteinert. Ebenso stand der Leuchtturm von Dyrhólaey auf dem Plan, der für seinen Vogelreichtum bekannt ist. Leider mussten wir feststellen, dass das  Felsenplateau noch bis zum 25.6 wie es in unserem Reiseführer stand, gesperrt war, damit die Vögel dort in Ruhe nisten können. Schade, denn dort gibt es die größte Population von Papageientauchern in Island, welche ich unbedingt sehen wollte.  Die Felsennadeln waren allerdings nicht weit von dort entfernt  und so hielten wir uns dort eine Weile auf. In Vik sind wir dann noch einkaufen und essen gegangen. Laut unseren Informationen sollte das auswärtige Essen in Island kein billiges Vergnügen sein. Da es schon recht spät und wir hungrig waren, gingen wir kurz entschlossen ins Halldorskaffi, welches im Reiseführer Lonely Planet empfohlen war. Dort aßen  Conrad und Jürgen eine Pizza und ich einen Hamburger. Nebenbei sahen wir noch das Ende des EM Spiels Deutschland gegen Portugal. Das Essen war gut und mit ca.40 € für 2 Pizzen, 1 Hamburger, Cola und zwei Leichtbier auch noch im Rahmen. Nach dem Essen fuhren wir auf dem Rückweg zum Ferienhaus zur Rückseite der Felsennadeln um noch einige Fotos zu schießen.

Weiter geht hier : Island`s Norden

Weitere Bilder gibt es unter dem Fotoalbum Island zu sehen und  ein kleines Video hier: