Schottland 2010

Da uns schon längst der Schottlandvirus ergriffen hatte, war das Land auch dieses Jahr unser Urlaubsziel. Unser Hauptziel sollten diesmal die Orkney, eine Inselkette, welche weit  im Norden von Schottland liegt, sein. Die Orkney bestehen aus ca.70 Inseln, von denen16 bewohnt sind. Die Hauptinsel ist Mainland, die für ihre vielen prähistorischen Ausgrabungen bekannt ist.

 

1.Tag

Diesmal ging es mit der Lufthansa nach Edinburgh, erstaunlicherweise war dies das preiswerteste Angebot für diesen Zeitraum. Der Flug sollte am frühen Nachmittag losgehen, leider verspätete sich die Maschine um eine Stunde. Die Autoanmietung ging diesmal sehr flott und wir bekamen wieder einmal ein Update, anstatt eines gebuchten Matiz, bekamen wir einen Mercedes 160 und als Krönung dazu als Automatik.Wir hatten uns bei der Autobuchung mit den Gedanken gespielt einen Automatik zu buchen, um uns das Fahren zu erleichtern. Das Linksfahren ist für uns das kleinere Problem. Das Schalten ist besonders in den Roundabouts allerdings eine Herausforderung.

In weiser Voraussicht hatten wir uns schon ein B&B im Internet in der Gegend von Pitlochy rausgesucht und direkt im ersten B&B fanden wir ein traumhaft schönes Zimmer für 25 Pfund pro Person und Nacht.

 

2.Tag

Heute sind wir etwas früherer aufgestanden, denn haben wir noch ca. 350 km vor uns, bis zur Fähre von Gills Bay nach St.Margret´s Hope. Zu den Orkney gibt es zwei Fährverbindungen, diese war die billigere und schnellere. Auf der Rückfahrt sollte es sich heraus stellen, das es für uns auch die wohl bessere Verbindung war, aber dazu komm ich noch später.

Da der Weg für uns auch das Ziel war, wollten wir es langsam angehen lassen, um genug Zeit zu haben um dort zu stoppen, wo es uns gefiel. Als wir in Pitlochy auf die A9 fuhren, sollte diese Straße bis fast zur Fähre unsere Begleiterin sein. Es ging durch die Highlands und Carnigorm, dann an Inverness vorbei bis weiter in den Norden. Die Strecke bis Inverness kannten wir schon aus vorigen Urlauben, so hielten wir vielleicht ein-zweimal an um Fotostopps zu machen. Hinter Inverness fing dann für uns Neuland an.

Wir fuhren am Cromarty Firth vorbei. In dieser Bucht liegen mehrere Ölbohrinseln. Ob dort Öl gefördert wird oder die Inseln gebaut oder gar entsorgt werden, konnten wir nicht erkennen. Die A9 verläuft hier fast die ganze Zeit am Meer entlang. Laut unserer Karten sollten dort auch ein paar weitere Brochs liegen, an den wir leider vorbei fuhren, da die Schotten dort ausnahmsweise keine Hinweisschilder aufgestellt hatten. Zu einem Leuchtturm führte leider  nur ein Privatweg. In Lybster gab es am Leuchtturm noch ein kleines Cafe, wo wir erstmal einen Kaffee tranken. Das Meer war sehr aufgewühlt und wir hofften, das die Fährfahrt nicht all zu stark schwanken würde. Gegen 15:00 waren wir in Gills Bay angekommen und reservierten unseren Fährplatz. Nun hatten wir fast noch zwei Stunden, aber John o´ Grates wollten wir nicht ansehen, es ist einfach zu tourimäßig. Wir entschieden uns dann zu dem wirklichen nördlichen Punkt  Großbritannies Dunnet Head, und dessen Leuchtturm zu fahren. Auf den Weg dort hin sahen wir noch ein paar Galloways. Direkt am Leuchtturm war es sehr windig, sodass  die  Informationsbude mit Seilen und Harken am Betonboden fest gemacht war.

Auf den Rückweg sahen wir vom Auto aus noch ein paar Seehunde am Strand liegen. Also aus dem Auto raus, Tele auf die Kamera und los gings. Wir  beobachten die Tiere noch eine Zeit lang und fuhren dann wieder zum Fährhafen. Die Wartezeit vertrieben wir uns mit Karten spielen, pünktlich um 18:00 kam dann die Fähre. Nachdem wir unser Auto abgestellt hatten, gingen wir in die Cafeteria und waren froh das die Fährfahrt im großen und ganzen ruhig verlief. Nach ca. 1 ½ Stunden kamen wir in St. Margaret´s Hope an und machten uns auf den Weg zu unserem B&B, welches wir schon in Deutschland gebucht hatten. Jürgen hatte dieses B&B auf einer Farm als Tipp von eine Arbeitskollegen bekommen. Die Suche nach der Unterkunft war nicht so einfach, doch mit der Hilfe eines Mitarbeiters eines nahe gelegenen Hotels fanden wir den Weg. Nachdem wir uns in unserem Zimmer eingerichtet hatten, gingen wir noch kurz in den Gemeinschaftsraum, tranken einen Tee und lernten unsere Mitbewohnerin, eine Hawaiianerin kennen. Wir unterhielten uns noch kurz und gingen dann zu Bett.

 

3. Tag

Als wir am Morgen aus dem Fenster sahen, zeigte sich das Wetter nicht gerade von seiner besten Seite, es war sehr stürmisch, grau, doch es regnet nicht. Nach einem typisch schottischen Frühstück fuhren wir los. Die ersten Punkte, die wir uns ansehen  wollten waren die Stones of Stenness und der Ring of Brogdar. Erstaunt mussten wir feststellen, das sich die Landschaft der Orkney vom nördlichen Schottland stark unterscheidet. Während der Norden Schottlands sehr rau ist, oft aus  Moorlandschaft besteht und  fast menschenleer ist, ist hingegen Mainland ( Hauptinsel der Orkney) reich an Landwirtschaft, sehr grün und auch die Hauptstadt Kirkwall ist nicht gerade eine kleine Stadt.

Angekommen an den Stone of Stenness mussten wir den Anblick nur mit ein paar Schafen, die dort weideten, teilen. In Sichtweite steht ein weiterer Menhir, der Watch Stone, dessen Funktion unbekannt ist. In ein paar hundert Meter Entfernung steht der Ring of Brodgar, welcher mit einem Kreisdurchmesser von 104 m größer als Stonehenge ist. Von ehemals 60 Steinen sind noch 27 Steine erhalten. Der Steinkreis ist von seinen Ausmaßen her sehr imposant. Leider war das Wetter heute nicht gerade fotogen. Trotz alldem machte ich noch ein paar Bilder. Alle diese Stein gehören zum Unesco Weltkulterbe „The Heart of Neolithic Orkney.

In Kirkwall wollten wir erstmal in der Stadt nach einem Wanderführer in der Buchhandlung suchen. Leider fing es auf den Weg dort hin an zu regnen und es sollte den ganzen Tag nicht mehr aufhören.

Also machten wir erstmal noch einen kleinen Stadtbummel und besichtigen die St.Magnus-Kathedrale. In diese Kirche liegt eine norwegische Bibel, denn  die Orkney gehörten bis 1468 zu Norwegen, erst dann wurde es schottisch. Da es draußen immer noch regnete, entschieden wir uns die Leuchttürme, die auf unserer Karte eingezeichnet waren, anzufahren. Auf dem Weg dort hin machten wir in einem kleinen Museum eine Pause um etwas  warmes zu Essen und zu Trinken. Später kamen wir an einen schönen kleinen Sandstrand, den Seal´s Sands of Wright. Dort hatten wir das Glück drei Seehunde im Meer zu entdecken und wir schauten ihnen zu. Kurz danach sah ich noch einen Otter über die Straße laufen.

Zwei Leuchttürme fanden wir gar nicht, für den dritten mussten wir ein kleines Stück wandern. Da es immer noch regnete, zog ich zum ersten Mal meine  Regenhose an. Ich hatte sie mir schon vor drei Jahren gekauft, immer dabei gehabt, aber noch nie gebraucht. Doch diesmal war es soweit. Jürgen hatte keine Lust erst noch seine Wanderschuhe auszuziehen, um dann seine Fahrrad-Regenhose anzuziehen. Der Vorteil meiner Hose war, dass ich diese über meine Wanderschuhe anziehen konnte. Den Weg sahen wir uns noch im Wanderführer, den wir heute morgen gekauft hatten, an und dann ging es los. Da es zum Regen auch noch sehr stürmisch war, kam der Regen fast waagerecht. Am Wegrand wurde gerade an einer Farm ein Gebäude zu einem Cafe umgebaut. Wir kamen an einer alte Bunkeranlage vorbei und sahen den Leuchtturm vom weitem. Da Jürgens Jeans auf einer völlig durchnässt war, gingen wir zurück zum Auto.

Da es langsam Abend wurde fuhren wir zurück nach Kirkwall, um Essen zu gehen. Unterwegs machte ich trotz dem schlechten Wetter ein paar Fotos. In Kirkwall gingen wir lecker im Restaurant  Dilse in der Bridge Street indisch essen und danach fuhren wir zurück zu unserem B&B. Dort unterhielten wir uns noch längere Zeit mit Shayla und einem neuen Gast, Anne aus Los Angeles, bis war ins Bett gingen.

 

4.Tag

Als wir heute erwachten, schien die Sonne und wir sahen, dass wir aus unserem Fenster direkt auf einen Leuchtturm sehen konnten.Ebenso sahen wir heute auch noch die dahinter liegende Insel Hoy  Zum Frühstück gab es wie immer ein schottisches Frühstück. Danach fuhren wir noch einmal zum Stone of Stenness und dem Ring of Brodgar vorbei.

Von dort aus führte der Weg nach Skara Brae, eine jungsteinzeitlichen Siedlung. Diese gehört zu den besterhaltenen Siedlungen Europas. Zu dieser Jahreszeit sind nur noch wenig Touristen auf der Insel und da wir recht früh da waren, hatten wir das Vistorcentrum fast für uns allein. Erst schauten wir uns einen Film über die Entdeckung an. Das Dorf wurde 1850 nach eine Sturm entdeckt, für Jürgen war die Tatsache interessant, welche er in einem Reiseführer gelesen hatte, das die Männer, nur zwei Tage arbeiten mussten, über die Frauen wurde nichts geschrieben. Es herrschten zu diesem Zeitpunkt fast paradiesische Verhältnisse, es gab Wild, Fische, Hummer im Überfluss. Auch Gerste wurde angebaut. Der Boden war durch den Sand sehr fruchtbar. Aber diese Sand war wohl auch der langsame Untergang der Siedlung. Der Sand verdeckte mit der Zeit immer mehr die Siedlung, so das Skara Brea von seinen Einwohner aufgegeben wurde. 

Nach dem Film sahen wir noch einen kleine Ausstellung an. Danach konnten wir ein nachgebautes Haus der Siedlung besichtigen. Dann ging es auf das Freigelände. Dort sind zehn  Häuser zu besichtigen. Der Aufbau der Häuser ist bis auf ein Gebaude überall gleich, in der Mitte die Feuerstelle, links und rechts ein Bett, und am Kopf eine Anrichte, alles aus Stein gebaut. Man könnte dies auch als Reihenhaussiedlung der Steinzeit bezeichnen. Später erfuhren wir noch von einem Museumswärter, das man inzwischen noch 4 weitere Häuser auf den Nebengrundstück entdeckt hat.

Da das Wetter immer noch perfekt war, liefen wir noch ein Stück Klippenweg und genossen die Wellen und die Sonne. Zum Schluss sahen wir uns noch das Skail House an, welches mit im Eintrittspreis beinhaltet war, an. Dies soll das besten erhaltene Haus aus den 17.Jahrhundert sein. Ausgestattet mit einem Guide auf deutsch schlenderten wir durch das Haus. Im Guide wurden wir auf Kleinigkeiten aufmerksam gemacht, z.B. auf das Geschirr von Captiän Cook, welches angeblich von der Bounty stammen sollte. Wer`s glauben mag. Interessant war auch die Bibliothek. Insbesondere mehrere Bände von Henry Fielding, einschließlich: The History of the Adventures of Joseph Andrews and His Friend Mr. Abraham Adams. Anschließend aßen wir noch im Museumscafe. Jürgen genoss wieder die Tagessuppe (die auch diesmal eine Kürbissuppe war) und ich einen Salat mit Mangochutney. Dies war der beste Salat, denn ich bis jetzt gegessen hatte. Nebenbei gab es sogar noch Literaturgenuss. An einer Wand des Cafes war ein Gedicht von  George Mackay Brown.

Laut unserer Landlady sollten wir uns auf jeden Fall auch Yesnaby und Brough of Birsay ansehen und so machten wir uns auf den Weg dort hin. In Yesnaby gibt es einen wunderschönen Klippenwanderweg, den wir bis zu einer Felsnadel, dem kleinen Bruder vom Old Man of Hoy, folgten. Dort machten wir immer wieder Fotostopps. Am improvisierten Parkplatz stehen noch ein paar Bunkerruinen aus dem zweiten Weltkrieg.

Nun ging es ein Stückchen weiter in Richtung Norden. Der Weg dauerte etwas länger, da vor unserem Auto eine Rinderherde mehrer Kilometer über die Straße getrieben worden  ist. Am Anfang fand ich den schottischenAlmabtrieb noch lustig, doch dann dauerte es immer länger und ich sah das tolleLicht immer mehr schwinden. Jürgen amüsierte sich darüber und fand es einfach nur interessant wie schwierig es doch ist eine kleine Herde Rindviecher in dierichtige Richtung zu führen. Doch irgendwann kamen wir auch an Brough of Birsayan. Dies ist eine kleine Insel, die nur bei Ebbe zu Fuss erreichbar ist. Dort existieren noch die Überreste einer nordischen Siedlung und ebenso ein Stevenson Leuchtturm.  Wir trafen an der Schautafel  einen deutschen Leuchtturmfan und kamen dadurch ins Gespräch. Er wusste das die Ebbe schon eingesetzte hatte und der Weg zur Insel bald frei sein wird. Also blieben wir noch etwas und gingen dann über einen äußerst rutschigen Betonweg rüber nach Brough of  Birsay. Wir sahen erst uns die Überreste der Siedlung an und gingen dann zum Leuchtturm hoch. So nah sind wir selten an einen Stevenson Leuchtturm gekommen und die Aussicht von dort war einfach nur traumhaft. Im Sommer leben dort auch die Papageientaucher. Leider verbringen sie die Zeit außerhalb der Brutzeit (April.bis August) auf dem offen Meer.

Am Ende des Tages besuchten wir noch einmal den Ring of  Brodgar um dort im Sonnenuntergang zu fotografieren. Leider spielte der Wettergott nicht mit, sodass wir frühzeitig im Hotel in Stenness zu Abend essen gingen.

 

5.Tag

Der erste Blick durch  Fenster zeigte, das es zwar nicht regnete, aber es war sehr stürmisch. Für uns brach heute der letzte Tag auf den Orkney an. Unsere Fähre soll uns heute Abend um 17:00 wieder auf das schottische Festland bringen. Nach dem Frühstück war erstmal Kofferpacken angesagt und wir verabschieden uns dann auch noch von Shayla, Anne und unseren Gastgebern.

Am Morgen fuhren wir erstmal nach Stromness. Dort liegen die Fähren von Scrabster oder den Shetland Inseln an. In diesem Ort ist auch der bekannte Sohn der Insel geboren worden. Der Schriftsteller George Mackay Brown. Jürgen wollte sich in der Buchhandlung ein Buch mit Kurzgeschichten von ihm auf englisch kaufen. Aber zurst gingen wir zu Visit Scotland, der Touristeninformation. Dort fanden wir allerdings alles was wir besorgen wollten: eine CD mit Folkmusic von den Orkney, ebenso ein Buch mit Kurzgeschichten von GMB. Interessanterweise war die Vistit Scotland Mitarbeiterin eine Deutsche, die es wegen der Liebe nach Orkney gezogen hatte. Ebenso trafen wir dort den Süddeutschen, den wir gestern am Leuchtturm kennengelernt hatten. Er wollte heute eigentlich auf die Insel Hoy, doch davon hatte man ihn abgeraten, wenn er dort nicht übernachten wollte. Die Mitarbeiterin riet uns zu dem Gloup der Halbinsel Deerness zu fahren. Dies ist eine Felsspalte, in die das Meer hineinfließ. Bei der heutigen Windrichtung Südost und gleichzeitig Fluthöhepunkt müsste dies ein seltenes und interessantes Schauspiel sein. Die Gischt sollte ziemlich hoch schießen. Ebenso sind dort noch die Überreste eines Brochs.

Also ging es Richtung Deerness. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass der Wind immer stärker wurde und die Gischt schlug auch immer mehr über die Klippen.  Bis zur Felsspalte kamen wir, doch die Klippenwanderung zum Broch war nicht möglich, da der Weg aufgrund des Sturmes gesperrt war.  Wir machten noch ein paar Fotos und fuhren wieder zurück. Leider war die Flut noch nicht hoch genug um richtig gute Bilder zu erhalten.

Wir machten uns langsam auf den Weg nach St. Margaret´s Hope. Unterwegs sahen wir uns aufgrund der Empfehlung der Touristeninformation Mitarbeiterin doch die Italian Chapel an. Diese Kirche wurde im zweiten Weltkrieg von italienischen Kriegsgefangenen gebaut. Interessanterweise besteht sie aus zwei Wellblechhüten und der Eingang ist gemauert. Der Innenraum sieht aus wie gemauert, ist aber nur gezeichnet, und die Verzierungen bestehen aus ehemaligen Schrottteilen.

Wir fuhren weiter zu den Churchill Barriers, die von diesen italienischen Kriegsgefangene gebaut worden sind.  Diese Barrieren  verbinden die damit ehemaligen Inseln Mainland, South Ronaldsay, Lamb Holm, Glimbs Holm und Burray und wurden als Schutz für die Bucht Scapa Flow gebaut. Diese Bucht ist ein natürlicher Hafen, in dem die britische Flotte im zweiten Weltkrieg lag. Als Schutz vor U-Boot Angriffen wurden zuvor Schiffswracks  versenkt und mit Ketten verbunden. Trotzdem gelang einem deutschen U-Boot mit einer Hilfe einer Springflut die Barriere zu überwinden. Es  zerstörte die HMS Royal Oak und 833 Mann kamen ums Leben. Danach ließ Churchill die Barrieren erbauen und als diese fertig gestellt waren, war auch der Krieg zu Ende. Heute verlaufen darauf  Straßen.

Die Schiffswrack sind heute teilweise noch zu sehen und sind interessante Motive, da es heute auch noch sehr stürmisch war, schlugen die Welle teilweise über die Straße der Barriers. Dies filmte ich mit meiner kleinen Pen und zog die Kamera aber immer wieder weg, wenn uns eine Welle erwischte.

Bevor wir den zweiten Versuch starten, den Leuchtturm bei St. Margaret´s Hope zu entdecken, fuhren wir vorsichtshalber zum Anleger der Fähre. Ich hatte ein  komisches Gefühl, das die Fähre vor 17:00 fahren wird und mein Gefühl irrte sich nicht. Als wir dort ankamen, wurde das Schiff gerade beladen und wir erfuhren das heute die letzte Fähre sein sollte. Also noch schnell bezahlen und ab auf 's Schiff. Die Fähre rollte regelrecht über die Wellen und wir hatten ein komisches Gefühl im Magen. Ich bin Gott sei Dank  seefest, doch für Jürgen hätte die Fahrt nicht langer dauern dürfen.

Während es auf den Orkney überhaupt keinen Niederschlag gab, regenete es auf dem Festland schon den ganzen Tag. Da wir 2 Stunden vor unserer eigentlichen Fährüberfahrt schon wieder im Norden Schottland waren, schafften wir es bis Golspie, wo wir ein B&B direkt an der Hauptstraße fanden. Als wir unsere Koffer aus dem Auto holten und uns dabei unterhielten, wurden wir von jemand plötzlich mit Servus begrüßt.  Es waren zwei Student-Pärchen, die, wie wir am nächsten Morgen beim Frühstück erfuhren, eine Rundreise machten. Zwei von ihnen studierten in Edinburgh. Zu ihrem Glück bekamen sie die letzten beiden freien Zimmer.

 

6.Tag

Heute morgen wurden wir mit Sonne begrüßt und fuhren direkt nach dem schottischen Frühstück weiter.

Da wir nun schon in der Nähe von Inverness waren, wollten wir nun endlich das Glen Affric besuchen, welches seit Jahren schon auf unserer Wunschliste stand. Das Glen Affric ist ein 30 km langes Tal, welches heute unbewohnt ist. Es ist dafür bekannt, das hier noch caledonische Pinien heimisch sind. Erst einmal mussten wir am Loch Ness und dessen Monsterzentren vorbei. Am Fluss Enrick  machte ich an einer Furt ein paar Langzeitbelichtungen und auch einen Regenbogen bekam ich vor die Linse.

Am Anfang des Glen Affric sahen wir uns einen kleine Wasserfälle, die Dogs Fall an. Danach ging tiefer ins Tal bis zum letzten Wanderparkplatz. Von dort kann man die 15 km Wanderung um Loch Affric starten oder auch kleine Wanderungen.  Da für uns die große Wanderung zu viel war, entschiedenen wir uns für eine Rundwanderung.  Er führte ein Stück am River Affric entlang und durch den caledonischen Pinienwald. Am Ende des Weges wurden wir von einen Schotten nach die Beschaffenheit des Weges angesprochen. Jürgen sah ihm auf seine Schuhe  und meinte mit diesen Wanderschuhen wäre es kein Problem, aber der Weg wäre an manchen Stellen schon extrem nass. Der Schotte entgegnete, dass wäre nicht das nass. Schottisch nass wäre es erst, wenn die Knie nass sind. Auch wir stellten abschließend fest, dass dieses Tal wunderschön ist und einen Besuch wert ist.

Am späten Nachmittag fuhren wir dann wieder zurück. Es ging vorbei am Loch Ness, wo wir wir so viele Fasane gesehen, wie noch nie. Sie liefen teilweise in zwanziger Gruppe auf der Straße umher. Jürgen konnte immer rechtzeitig ausweichen. Andere Autofahrer, meist hinter Kurven, wohl nicht, wie wir es später feststellen mussten.

Als wir in Spean Bridge ankamen, war es noch zu früh für ein B&B zu suchen. Also fuhren wir weiter bis nach Laagan. Auf der Strecke gab es kaum Möglichkeiten für eine Übernachtung und das erste und einzige B&B, war mit 35£ zwar sehr teuer, aber auch bestens ausgestattet. Wir überlegten nicht lange und nahmen es. Von dort könnten wir uns sogar per Internet bei der Lufthansa einchecken. Wir genossen den Abend, aber leider war es für diesmal der Letzte. 

 

7.Tag

Nach einem Frühstück, welches eher einem Hotelfrühstück entsprach, machten wir uns wieder auf den Weg. Da unser Flieger erst am späten Nachmittag abfliegen sollte, konnten wir den Rückweg ganz gemütlich angehen lassen. Als Ziele hatten wir uns noch Rannoch Moor und Loch Tummel mit dem Queensview  ausgewählt. Ins Rannoch Moor wollte wir eine Nebenstrecke über Trinafour fahren. Diese Strecke war wirklich die Nebenstrecke von der Nebenstrecke. Single road vom Feinsten: einspurig, sehr enge Straße und kaum Ausweichmöglichkeit, aber trotzdem gut zu fahren, da uns nur ein Auto entgegen kam. Am Straßenrand sahen wir dann irgendwann  4 Rehe, die ästen und die sich von uns auch nicht aus der Ruhe bringen ließen.  Die Landschaft war wunderschön, so dass wir teilweise nur mit 20 km/h fuhren. Leider regnete es wieder einmal und so machten wir nur ab und zu wieder einen Stopp, um zu fotografieren. Diese Strecke führte uns von Tummel Bridge nach Kinloch Rannoch, der Ort liegt direkt am Anfang von Loch Rannoch, bis zur Eisenbahnstation wären es noch 16 km gewesen und wir waren uns unsicher, ob wir noch genug Zeit hätten. So entschieden wir uns lieber wieder zurück zu fahren. 

Der nächste Stopp war der Oueens View am Loch Tummel. Von dieser Stelle hat man eine wunderschöne Aussicht auf den Loch Tummel und seine zwei Inseln. Berühmt wurde diese Aussicht durch Queen Victoria. Doch der Name Oueens View  rührt nicht von ihr her , sondern er wurde nach Königin Isabella, der Ehefrau von Robert the Bruce, benannt.

Zum Schluss fuhren wir noch zu den Falls of the Bruar und machten dort einen kleinen Spaziergang. Die Fälle sind durch Zäune ziemlich weitläufig abgesichert. Inzwischen kam die Sonne auch ab und zu zum Vorschein. Der große Parkplatz des dortigen Outlet war nahezu voll besetzt. Doch dann wurde es langsam Zeit, das wir  uns direkt auf den Weg zum Flughafen machen mussten. Während eines Stopps fotografierte ich noch das Blair Castle. Am Flughafen angekommen mussten wir noch einmal einige Meilen zurück zur BP Tankstelle fahren, welche auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite der Motorway lag. Bei der Buchung hatten wir halt vereinbart, den Wagen mit vollem Tank zurück zu geben. Die Abgabe des Autos ging dann sehr schnell von statten, das Einchecken ebenso.

 

Fazit: Wir werden wieder kommen. Gerade planen wir Schottland im Winter zu besuchen.

Die Orkney sind für prähistorisch Interessierte ein Paradies, aber auch landschaftlich sehr schön. Leider haben wir keine weitere Insel der Orkney besucht, doch das werden wir beim nächsten Besuch nachholen.

 

Weitere Bilder gibt es unter dem Fotoalbum Schottland 2010 zu sehen.

Begleitende Literatur:

DuMont Reiseführer Schottland        ISBN: 3-7701-3093-6

Walking Orkney 6.99 £                       ISBN: 13-9781873597293

George Mackay Brown: 

Ein Sommer in Greenvoe                  ISBN-13 978-3-293-20362-4

A time to keep                                    ISBN-13 978-1-904598 65 74

 

Begleitende Musik:

Runrig: Everything you see

              Long distance

              The big wheel

              Searchlight

               Proterra

               Everything You See

U2: The best of 1980-1990

From B to B (From Butt to Barra ), Sampler mit Musikerinnen und Musikern der Äußeren Hebriden

Orkney Folk,  Sampler des 25th anniversary of the Orkney Folk Festival