Reisebericht Schottland Mai 2006

 

Wie kommt man auf die Idee nach Schottland zu fahren, obwohl man lieber in die Sonne fährt. Ich habe vieles über Schottland gelesen und die Geschichte von Schottland ist sehr bewegend und interessant. Ich wollte dieses Land schon immer mal sehen und dieses Jahr wares endlich soweit. Also packte ich anstatt einen Bikini, eine Regenjacke ein. Die Wettervoraussage für Schottland war für diese Tage Regen oder leichter Regen. Meine Freundin und ich fuhren vom 16.5.06 bis 21.5.06, leider konnten wir nicht länger.

 

1.Tag

 

Endlich war es soweit. Los ging es am Nachmittag von Weeze nach Glasgow Prestwick (billigster Flug). In Prestwick angekommen, klappte mit es mit dem Mietwagen auch ohne Probleme und wir hatte sogar einen Peugeot 206 (hurra, mein Lieblingswagen) anstatt einem Ford KA. Da uns Glasgow nicht interessierte, sind wir abends noch Edinburgh gefahren. Die Wettervoraussage traf vollkommen zu, auf den Weg nach Edinburgh regnete es fast die ganze Zeit. An das Linksfahren hat man sich schnell gewöhnt. In Edinburgh angekommen, suchten wir unsere Bed and Breakfast Pension, die wir in Deutschland per Internet gebucht haben. Diese Pension haben wir sogar, obwohl wir keinen guten Stadtplan hatten, mit der Hilfe der netten Schotten auf Anhieb gefunden. Da es schon sehr spät war und wir müde waren, sind wir an diesen Abend nur noch ins Bett gegangen.

 

 

 

2.Tag

 

Heute haben wir den Tag mit einem kompletten schottischen Frühstück, bestehend aus Würstchen, Spiegelei oder Rührei, weiße Bohnen in Tomatensoße, gegrillte Tomaten, Toast mit Marmelade, begonnen. Die nächsten Tage werde ich die Würstchen und Tomaten wohl weglassen, aber ansonsten ist diese Frühstück sehr lecker und eine gute Grundlage für den ganzen Tag. Nach dem Frühstück ging es los.

Die Wettervoraussage traf heute nicht zu, als wir heraus kamen, schien die Sonne und so sollte es ganzen Tag in Edinburgh bleiben. Also begannen wir die Stadt zu entdecken.

Die Stadt hat eine wunderschöne Altstadt und die Burg liegt imposant auf einem Tafelberg. Wir machten eine Stadtrundfahrt mit einem offenen Doppeldeckerbus und erfuhren vieles Makaberes über diese Stadt.

Edinburgh ist eine der ältesten Universitätsstädte und die erste Stadt, dessen Studenten, die mit Leichen experimentierten und Wachtürme an den Friedhöfen hatte, damit die Leichen nicht gestohlen würden. So eine Leiche war 30 Pfund wert, dreimal soviel wie ein Bauer im Jahr verdiente.  Da eine Leiche zu stehlen schwieriger war, waren zwei Männer erfinderischer und erzeugten sich ihre Leichen selber, indem sie die Menschen ermordeten und verkauften. Es wurde gemunkelt, sie haben über 30 Menschen ermordeten, nachgewiesen wurden ihnen 16. Einer von ihnen konnte seinen Hals aus der Schlinge ziehen, in dem der als Kronzeuge gegen den andern aussagte.

Natürlich haben wir uns auch die Burg von innen angesehen. In der Burg ist der Krönungsstein und die Kronjuwelen der schottischen Könige. Der Krönungsstein wurde erst 1996 von England an Schottland zurückgeben. In der Burg wird die Geschichte von den Kronjuwelen und des Krönungsstein nach- erzählt. Angefangen mit Robert the Bruce bis zur Wiedergabe des Krönungssteins.

Danach sind wir noch über die Prince Street gebummelt.

Gegen 17.00 Uhr sind wir dann weiter gefahren, wir wollten uns auf den Weg nach Inverness die tolle Eisenbahnbrücke über den Forth of Five anschauen. Weiter ging es über Perth  in Richtung Inverness.  Auf dem Weg dorthin bekam wir die erste Eindrücke von der schottischen Landschaften, auf manchen Bergspitzen lag sogar noch Schnee.

In Inverness fanden auch recht schnell eine Bed and Breakfast Pension, deren Besitzerin sich vor Freundlichkeit  fast überschlug. Am Abend stellten wir sogar noch fest, daß wir uns einen Sonnenbrand in Edinburgh eingefangen hatten. Wer nimmt denn nach Schottland Sonnencreme mit ?

 

3.Tag

 

Für den heutigen Tag wollten wir uns das Schlachtfeld von Culloden anschauen und durch die Highlands fahren. 1746 fand in Culloden die letzte Schlacht  zwischen den Engländer und Schotten statt. Nach dieser Schlacht verlor Schottland seine Unabhängigkeit. In Culloden Field gibt es ein kleines Museum, in den man einen Film sehen kann, wie es zur der Schlacht  kam und was danach passierte. Ebenfalls sind dort Exponate über die Zeit ausgestellt. Auf dem Freigelände ist eine kleine Cottage, in der die Jakobiner nach der Schlacht wieder zusammen geflickt worden sind, um später hingerichtet zu werden.

Als wir aus dem Museum kamen, sind wir das einzige Mal nass geworden. Dann sind wir in Richtung Highlands gefahren, dort haben wir uns zuerst die Rogie  Falls angesehen. Leider war es noch zu früh in diesen Jahr um die Lachse springen zu sehen. Weiter ging an verschieden Lochs, wie das  Loch Luichart vorbei in Richtung zur Insel Skye dort war laut meiner Karte auf den Festland ein Leuchtturm, den ich gern fotografieren wollte. Den Leuchtturm haben wir nicht gefunden, dafür waren wir für einen Roundabout(Kreisverkehr) lang auf der Insel Skye, weil wir nicht mehr von der Straße herunter kamen.

Also Kreisverkehre gibt es in Schottland ganz schön viele, aber auch an diese gewöhnt man sich genauso leicht wie an das Linksfahren. Nun ging es weiter in Richtung zum Eliean Donan Castle, wohl das meist fotografiert Motiv in Schottland. Auch wir wollten dieses Motiv festhalten und machten eine Menge Fotos, hinein gehen könnten wir nicht mehr, da wir zu spät dort ankamen, dafür könnten wir Fotos im Abendlicht machen.

Es wurde nun langsam Zeit uns wieder einen Übernachtungsplatz zu suchen. Wir wollten in Fort Williams übernachten. Auf dem Weg nach Fort William kamen wir auch noch an die Bergkette Five Sister of Kintail, von den vier Munros sind, vorbei. Leider waren die Bergspitzen in den Wolken verschwunden.

In Fort William bekamen wir kein Bett, so sind wir zurück nach Spean Bridge gefahren und  fanden dort ein tolles B&B. 

 

4.Tag

 

Den heutigen Tag mußten wir neu planen, da wir bis zu diesen Zeitpunkt  alles schon gesehen hatten, was wir Zuhause geplant hatten. Wir haben uns dann, laut Reiseführer, für die schönste Landschaftsstrecke Schottlands entschieden. Die Strecke führt nach Mallaig, vorbei an das Loch Shiel. Nachdem wir ein supertolles Frühstück mit Obstteller und danach das übliche Schottische gegessen hatten, fuhren wir los.

Es war genau die richtige Entscheidung, diese Strecke zu fahren. Wir sahen eine ganze Menge. Am Loch Shiel steht das Glenfinnan Viadukt, ebenso ein Monument, an den Bonnie Prince Charles seine Standarte gehisst hatte und die Clansführer um sich gesammelt hatte. Am Loch Shiel werden außerdem einige Außenaufnahmen von Harry Potter Filmen gedreht.

Als wir dort ankamen, sahen wir eine Filmcrew am See, sowie am Viadukt. Wir beobachten eine Weile das Spielchen, um uns dann das Monument anzuschauen und das Viadukt zu fotografieren. Doch ich fragte mich die ganze Zeit, ob sie gerade den Harry Potter Film Nr. 5 drehen würden oder nicht. Also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und habe gefragt. Tatsächlich drehten sie den neuen Harry Potter, welche Folge, das wussten sie aber nicht.

Danach fuhren wir nach Malliag, ein kleines niedliches Fischerdorf. Von dort kann man die Insel Skye, Eigg, Rum, Canna und Muck sehen. Der Ausblick auf die Inseln war einfach nur toll, da die Sonne ein herrliches Lichtspiel erzeugte. Auf den Rückweg haben wir dann einen Halt an einem Strand gemacht.

So einen weißen Strand hatte ich noch nie gesehen. Wenn es nicht nur 16 °C gewesen wäre, hätte man sich an den Strand legen können. Ich war mit meinen Füßen aber doch im Wasser, obwohl es vielleicht nur 12°C hatte. Danach sind wir noch ein Stück am Strand entlang spaziert  Da wir am nächsten Tag leider wieder in Richtung Heimat fahren mussten, gab es die Überlegung, daß wir langsam in Richtung Glasgow fahren sollten. Doch wir nahmen nicht den direkten Weg nach Glasgow, sondern fuhren weiter nach Oban. Unsere Planung war, das wir so lange fahren wie wir Lust haben würden.  Der Weg ging vorbei an das Castle Stalker im Loch Laich, weiter nach Oban. Wir sind nur durch diese Stadt hindurch gefahren, weiter ging´s nach Lochgilphead. Unterwegs sah ich auch den ersten und einzigen Steinkreis, leider könnte ich ihn nicht fotografieren, man konnte nicht parken. Doch unterwegs gab noch viel zu fotografieren. Zum Abend hin wurde das Wetter auch immer besser. Als wir in Inveraray ankamen, wurde es langsam wieder Zeit, uns eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Und wieder hatten wir Glück, bei der zweite Nachfrage hatten wir wieder ein Zimmer und was für eines. Wunderschön eingerichtet, traumhafte Lage direkt am einem Loch. Später erfuhren wir, daß diese Pension eine ehemalige Kirche gewesen ist. In unserem Zimmer sah man noch sogar noch die Alkoven,  wo wahrscheinlich die Priester einmal geschlafen hatten. Abends sind wir dann noch Essen gegangen und haben zum Abschluss auch einen schottischen Whiskey probiert.

 

5. Tag

 

Heute begann leider der letzte Tag unserer Schottlandreise. Wieder begann der Tag mit Sonnenschein, auch die Aussicht direkt auf das Loch beim Frühstück war einfach traumhaft. Gegen 10:00 Uhr mussten wir uns langsam auf den Weg machen, um pünktlich an den Flughafen zu sein.

Als wir aus Inveraray hinaus fuhren, kamen wir am Schloss vorbei. Dort hielten wir kurz an und machten noch ein paar Bilder. Auf dem Weg nach Glasgwo kamen wir noch am Loch Lomond vorbei, an dem der West Highland Way, einer der bekanntesten  Wanderweg in Schottland, langführt. Eine traumhafte Landschaft. Aber so langsam endet unser Schottlandurlaub und so flogen wieder zurück nach Weeze.

Aber ich werde bestimmt auch noch einmal wieder kommen.

 

Weitere Bilder sind im Fotoalbum Schottland zu sehen.